Artikel - Räuchermännchen: Original oder Fälschung


1. Handwerkskunst aus der Not
Die

Handwerkskunst aus dem Erzgebirge

 entstand im Zuge des Untergangs des

Bergbauwesens

 und dem damit verbundenen Notstand der Bergleute. Was anfänglich das Überleben sichern sollte, wurde im Laufe der Zeit durch eine ausgiebige Spezialisierung die neue Haupteinnahmequelle. Dabei avancierten der

Räuchermann

 und seine Gesellen zum Inbegriff traditioneller Feinfertigkeit und zum Wirtschaftszweig einer ganzen Region.

2. Konkurrenz infolge der Globalisierung
Die Globalisierung und deren Folgen bergen für die

traditionelle Handwerkskunst aus dem Erzgebirge

 große wirtschaftliche Gefahren. Dazu zählt insbesondere die Konkurrenz asiatischer Billignachahmungen, denen es an Qualität und Besonderheit fehlt. Diese so genannten Plagiate werden oftmals zu Billigpreisen angeboten und schädigen den Erwerbszweig und nicht zuletzt den guten Ruf

erzgebirgiger Holzkunst

. Rechtliche Möglichkeiten sich gegen die Schwemme qualitativ minderwertiger Imitate zu Dumpingpreisen aus dem Ausland zu wehren sind begrenzt. Dennoch bleiben die

Holzkünstler

 nicht untätig und haben wie beispielsweise in Seiffen eine Aktion "Original statt Plagiat" ins Leben gerufen, um die Besucher über die Fälschung und die Herkunft der Werke aufzuklären. Qualität und detailgetreue Kunst haben ihren Preis und schaffen Individualität, wohingegen Massenproduktion diesen Standard nie erreichen wird.

3. Folgen der Plagiate für die Kunsthersteller des Erzgebirges
Ob die Industrie der Plagiatherstellung für die betroffene Region im Erzgebirge langfristig negative Auswirkungen hat, bleibt abzuwarten. Trotzdem bestehen schon heute Existenzängste und Rufschädigungen. Zwar ist der enorme Preisunterschied zwischen dem Original und dem asiatischen Imitat verlockend. Jedoch erreichen die Nachahmungen nicht ansatzweise den Qualitätsstandard echter

Handwerkskunst

. Angst müssen die Erzgebirgler letztlich nicht haben. Wie sich zeigt, bevorzugen viele der Käufer gerade das Unikat und verzichten auf ein Imitat. Der Besucher pilgert schließlich nicht den weiten Weg bis ins

Erzgebirge

, um sich letztlich mit einer Kopie zu begnügen. Denn ein Plagiat bleibt eine Fälschung, auch wenn es im

Erzgebirge

 verkauft wird.
Bookmark:   Bookmark bei: Del.icio.us    Bookmark bei: Mr. Wong Copyright 2008 - 2012 Armin Braun | Impressum | AGB |